CD-recensie

 

© Gerard van der Leeuw, augustus 2020

Schumann - Frage
(Complete Liederen I)

Schumann: Sechs Gesänge op. 107 - Romanzen und Balladen op. 49 nr. 1-3 - Drei Gedichte op. 119 nr. 2 - Drei Gesänge op. 83 nr. 1-3 - Kerner-Lieder op. 35 - Vier Gesänge op. 142 nr. 1-4

Christian Gerhaher (bariton), Gerold Huber (piano)
Sony Classical 19075 588 9192 • 72' •
Opname: januari en februari 2017, Studio Bayerische Rundfunk, München

   

…. das Gedicht mit seinen kleinsten Zügen im feineren musi-kalischen Stoffe nachzuwirken… (Robert Schumann, 1840)

Van 21 maart 1829 tot 24 september 1830 woonde Robert Schumann als student rechten in Heidelberg. Het hoeft wel geen be-toog dat er van die rechtenstudie niet al te veel terecht kwam. Schumann bezocht concerten, speelde piano, gaf enige concerten en begon te componeren. (1) En hij zong in het koor bij Anton Friedrich Justus Thibaut (1772-1840), die weliswaar hoogleraar Romeins recht in Heidelberg was, maar ook grote belangstelling had voor de muziek van Palestrina en Roland de Lassus. In 1824 was zijn Über Reinheit der Tonkunst verschenen, een boek dat grote invloed had op het ontstaan van het Caecilianisme.

uit Thibauts 'Über Reinheit der Tonkunst'

Sinds 2016 is in de stad het Internationale Liedzentrum Heidelberg gevestigd. En het is dit centrum dat het initiatief nam tot een om-vangrijk project: het vastleggen van alle liederen van Schumann, inclusief de duetten en ensembles op tien cd's. Christian Gerhaher en pianist Gerold Huber worden bijgestaan door de zangeressen Camilla Tilling, Julia Kleiter en Wiebke Lehmkuhl. Onlangs verscheen dit eerste album in de reeks.

Een absolute voltreffer! De stembeheersing van Gerhaher is bijkans volmaakt. Zijn dictie is voorbeeldig. En, ik hoorde het vanaf de allereerste noot: hij is een Schumanniaan in hart en nieren. Iemand die weet heeft van de heel eigen poëtische wereld van Schumann, die de boodschappen die Schumann middels zijn muziek, zijn (zelf)citaten en literaIre verwijzingen geeft, begrijpt en doorgrondt. Een zanger, derhalve, die weet wat hij zingt en die erin slaagt Schumanns bedoelingen optimaal over het voetlicht te brengen. En Gerhaher kan niet alleen zingen. Hij kan ook schrijven. Iets wat we trouwens al wisten sinds zijn magniefieke opname van Schuberts Die schöne Müllerin. Lees bijvoorbeeld eens hoe raak hij Schumanns wereld onder woorden weet te brengen:

‘Ich bin fest überzeugt, dass Robert Schumann auch seine kleineren Zusammenstellungen von Liedern zu Opera zyklisch gedacht und konzipiert hat. Im Konzertsaal sind diese Werke meist weni-ger präsent, etwa das Opus 40, Fünf Lieder nach Hans Christian Andersen, oder das Opus 90, Sechs Gedichte (Nikolaus Lenau) und Requiem (auf dessen angenommenen Tod). Gerade diese kleineren Liedgruppen entwickeln so etwas wie eine ‘lyrische Dramaturgie'. Damit ist gemeint, dass Text und Musik nie völlig deckungsgleich sind – ihre Zweiheit bleibt also zwar erhalten, wird aber durch eine gemeinsame poetische Idee überwölbt und zusammengehalten.

Natürlich gibt es auch ein paar Werkgruppen, die nur eine herausgegebene Sammlung ‘übrig' gebliebener Lieder sind; so beispielsweise die sechs Lieder und Gesänge op. 127 oder die hier am Schluss stehenden Vier Gesänge op. 142 (die beiden Heine-Lieder Lehn' deine Wang' und Mein Wagen rollet langsam waren von Schumann ursprünglich für die Dichterliebe, das Lied Trost im Gesang für die Kerner-Lieder gedacht). Die hier auf-genommenen Opera 49 und 83, die nur aus je drei Liedern bestehen, sind aber in meinen Augen eindeutig zyklische Zusammenstellungen im Sinne einer ‘lyrischen Dramaturgie' .

En lees wat hij te zeggen heeft over Schumanns Romanzen und Balladen op. 49: Die beide Grenadiere en Die feindlichen Brüder op teksten van Heine en Die Nonne op een tekst van de Zwitserse dominee-dichter Abraham Emanuel Fröhlich:

Die drei Romanzen und Balladen op. 49 halte ich für ein Muster-beispiel Schumann'scher Übertragung dichterischer Ironie in Mu-sik. Viel mehr als in den meisten seiner Vertonungen von Ge-dichten Heinrich Heines zeigt Schumann hier eine Abfolge gera-dezu lachhafter Bilder, die sich aber erst im Zusammenhang ganz als solche erweisen: Die beiden Grenadiere werden (nicht nur in Aufführungen) fast immer aus diesem Werk-Zusammenhang herausgelöst, und es haftet ihnen dadurch gelegentlich ein leicht heroisch-vaterländischer Zug an – geradezu absurd, schon angesichts der Textgrundlage, die im Grunde irrsinnige Dinge präsentiert: Ein geschlagener Soldat Napoleons, der aus den Weiten Russlands über Deutschland nach Frankreich heimkehrt, schleppt die Leiche seines Freundes mit. Man stelle sich das nur einmal bildlich vor: Der in bizarrer Kaisertreue (‘Was schert mich Weib, was schert mich Kind / [...] lass sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, / mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!') sich bald verstorben Glaubende und dann in fortschreitender Verwesung von seinem Kameraden nach Frankreich zu Schleppende sieht sich jubelnd aus seinem Grab steigen, sobald der Kaiser, wieder losziehend, zur nächsten Schlacht ruft.

Diesen Jubel haben Robert Schumann und Richard Wagner, von der Vertonung des jeweils anderen nicht wissend, übrigens fast gleichzeitig und fast gleichartig zu den Klängen der Marseillaise vertont. (2) Das im Opus folgende Lied Die feindlichen Brüder lässt dann aber den Zweifel an der inhaltlichen Ernsthaftigkeit des Zyklus unvermeidlich werden, sollte er bisher noch nicht aufge-kommen sein. Die Geschichte der sich wie Ödipus' Söhne Eteokles und Polineikes gegenseitig ins Schwert fallenden Brüder fußt auf einer Sage, nach welcher die benachbarten Rhein-Burgen Sternberg und Liebenstein selbst ‘Feindliche Brüder' genannt werden, sowie auf einem Märchen Ludwig Bechsteins. Allein beispielsweise im Nachspiel ist der sarkastische Tonfall gut hörbar, da sein martialischer Gestus nicht zu dessen Kürze passt. Und schließlich das vielleicht nicht ironisch gemeinte, aber durchaus so vertonte Gedicht Die Nonne : Diese, in Neid und erotischem Begehren erblassend, vergeht schier, sich grämend, als sie wie durch ein Fernglas eine in Lebenslust errötende Braut ansehen muss. Schumann vertont dies in geradezu filmischer Deutlichkeit.

Er zeigt, mit welch plötzlichem Entsetzen der an ihrem Schicksal Leidenden klar wird, dass sie diese Lebensfrage – wie dieses Keuschheitsgelübde für immer ertragen? – nicht mehr wird beantworten können, nämlich mit einem Schluss auf dem Dominant-septakkord. Das ist für ein einzelnes Lied eigentlich un-denkbar, und gilt hier sogar – ironisierend – dem ganzen Zyklus.'

Robert Schumann: slot van 'Die Nonne'

Kijk als je zo over Schumann kunt schrijven, dan begrijp je er iets van. Gerharer moet zich jarenlang in deze materie verdiept hebben.

Minstens zo belangrijk in Schumanns liederen is de rol van de pianist. Welnu: die rol is bij Gerold Huber, een stadgenoot van Gerhaher (beiden zijn geboren in het Beierse Straubing), in uit-stekende handen; zanger en pianist vormen een twee-eenheid en voelen en vullen elkaar naadloos aan. Een magistrale eersteling. Inmiddels verscheen ook Myrthen op. 25, Schumanns huwelijksgeschenk voor Clara. Daarover een volgende keer.

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(1) In Heidelberg begon Schumann aan de Abegg-Variationen op. 1, de Papillons op. 2 en de Toccata op. 7.
(2) Wagners Les deux grenadiers, WWV 60 (1839-40). Wagner gebruikte de Franse vertaling van schrijver-diplomaat François-Adolphe Loève-Veimars.
Wagner schreef op 29 december 1840 aan Schumann: ‘Ich höre, daß Sie die Heineschen Grenadiere componiert haben, u. daß zum Schluß die Marseillaise darin vorkommt. Vorigen Winter habe ich sie auch componirt, u. zum Schluß auch die Marseillaise angebracht. Das hat etwas zu bedeu-ten! Meine Grenadiere habe ich sogleich auf eine französische Ueber-setzung componirt, die ich mir hier machen ließ u. mit der Heine zufrieden war. Sie wurden hie u. da gesungen, u. haben mir den Orden der Ehren-legion u. 20.000 fr. jährliche Pension eingebracht, die ich direkt aus Louis Philippe's Privat-Casse beziehe. - Diese Ehren machen mich nicht stolz, u. ich dedicire Ihnen hiermit ganz privatim meine Composition noch einmal, trotz-dem sie schon Heine gewidmet ist. Sie werden diese Auszeichnung anzuerkennen wissen, u. davon die gehörige Anzeige machen. In Gleichem erkläre ich Ihnen, daß ich die Privat-Dedication Ihrer Grenadiere herzlich gern annehme, u. das Widmungs-Exemplar erwarte.' (GvdL)


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